Wenn wir uns unsere Zukunft ausmalen, dann träumen viele von einem viel besungenen Haus am See. Aber warum eigentlich?
Es könnte daran liegen, dass ein Tag, der barfuß auf den kühlen Dielen des Stegs beginnt, niemals ein verlorener Tag sein kann. Denn wenn sich die Morgensonne im kräuselnden Wasser spiegelt und die Luft nach Salz oder feuchtem Holz riecht, fühlt sich das Leben gleich ein Stück direkter an.
Und wenn in der Hand regelmäßig noch die Kaffeetasse dampft, bevor ein Sprung ins erfrischende Nass folgt, dann könnte das Leben – trotz aller Verpflichtungen – ein einziger langer Urlaub sein.

Eine Sehnsucht, die so alt ist wie die Menschheit selbst
Die Sehnsucht nach der Nähe zu Flüssen, Seen und Meeren ist schon evolutionär in uns verwurzelt. Nicht umsonst haben sich unsere Urahnen seit Anbeginn der Zeit an Ufern und Küstenlinien niedergelassen. Sie erkannten, dass das Wasser Quelle und Grundlage allen Lebens ist. Es schenkt Nahrung, hat schon früh den Handel über weite Distanzen ermöglicht und uns so mit der Welt verbunden. Früher war die Nähe zum Wasser also überlebenswichtig, während sie heute eher der Wellness und Erholung dient.
Muss ja nicht gleich Sylt sein
Am Wasser zu wohnen verbinden viele Menschen heute mit einem Haus auf Sylt oder einer Wohnung an der Ostsee. Aber auch die Binnenlandschaft hat hierzulande unglaublich viel zu bieten. So ist der Wasserblick im Raum der Mecklenburgischen Seenplatte mit knapp über 1.000 Flüssen und Seen nahezu vorprogrammiert. Und deutlich erschwinglicher als an Nord- und Ostsee noch dazu. Wassersportler kommen auch hier auf ihre Kosten und Naturliebhaber sowieso. Die eine oder andere Entdeckung habe ich auf der Seenplatte auch selber schon gemacht.

Denn auch wenn ein Gewässer mal etwas abgelegen scheint, kann es dort neben einer wunderbaren Landschaft auch schöne Überraschungen und Begegnungen geben. So bin ich auf einem Bootsausflug mit Freunden am Kummerower See etwa über das Restaurant Der Moorbauer gestolpert und konnte meinen Augen kaum glauben: Der Ort war nur vom Wasser aus zu erreichen und die Küche war fantastisch. Das hier vorherrschende Gefühl: Entschleunigung. Von der Hektik einer Großstadt-Gastronomie war hier nichts zu spüren. Bis heute glaube ich, wer am Wasser lebt und arbeitet ist einfach besser drauf.
Direkt vom durch uns gelisteten Wasserloft in Brandenburg an der Havel (Brandenburg) aus kann man mit dem Boot sogar zum Einkaufen aufbrechen. Und wenn man sich doch lieber erholen möchte, paddelt oder schwimmt man zum wenige Meter entfernten Sandstrand außerhalb der nahezu privaten Bucht vor dem Haus.

Hausboot oder Haus mit Boot?
Studien zeigen, dass die Wassernähe langfristig auch eine positive Wirkung auf unsere Psyche hat. Menschen, die sich am an einem Gewässer aufhalten, empfinden weniger Anspannung und Stress. Wer den Blick über sanfte Wellen schweifen lassen kann, hat außerdem einen guten Grund, hin und wieder mal vom Laptop oder Smartphone aufzusehen. So lädt das Wasser mit seinen kräuselnden Wellen und kreisenden Möven oder Kranichen stetig zu kleinen Mikro-Pausen ein, die richtig guttun können.
Dass das Leben direkt auf dem Wasser aber auch eine Kehrseite haben kann, wissen etwa Hausboot-Besitzer und Segelsportler allzugut. So habe ich selbst neun Monate auf einer Segelyacht gelebt, den Atlantik überquert und gemerkt, was es heißt, im Einklang mit den Stimmungen der Gezeiten zu leben. Wenn es mal stürmt und ordentlich knallt, wird man unangenehm durchgeschüttelt und muss darauf achten, nicht abzutreiben oder auf Grund zu laufen.

Weil einem das am sicheren Ufer nicht passiert, würde ich ein Haus am Wasser dem Leben auf dem Wasser heute jederzeit vorziehen. Wie praktisch, dass wir mit OTHERHOMES zur Zeit das Loft am Havelufer und ein Architektenhaus an der Steilküste Rügens vermarkten dürfen. Am liebsten würde ich jeweils selbst dort einziehen.